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News

04/05/2006 08:23 |
10 Jahre Forum Politik und Geschwisterlichkeit


Einsatz für eine geschwisterliche Politik

Die weltweite politische Bewegung „movimento politico per l’unità“, im deutschen Sprachraum „Forum Politik und Geschwisterlichkeit“, ist 10 Jahre alt geworden. Zahlreiche Begegnungen, Kongresse und Aktionen haben in dieser Zeit Politikerinnen und Politiker vieler Länder darin unterstützt, die Politik als Dienst am Wohl aller Mitglieder eines Gemeinwesens zu verstehen und den politischen Diskurs als respektvollen Dialog im Hinblick auf sachorientierte Lösungen zu führen.

Gemeinsames Engagement

Am 2. Mai 1996 begegnen sich in Neapel eine Gruppe von Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien, mit unterschiedlicher politischen Aufgaben, Interessen und Meinungen. Sie alle gehörten der Fokolar-Bewegung an und suchen einen Weg, sich gemeinsam für ihr Land einzusetzen, wenn auch in verschiedenen Parteien engagiert. Im Gespräch mit Chiara Lubich, der Gründerin und Präsidentin der Fokolar-Bewegung, entstand die Idee, eine Initiative zu lancieren, die politisch Tätigen unterschiedlichster Couleur einen Ort anbietet, wo sie ins Gespräch kommen und jenseits der Parteien-Grabenkämpfe Erfahrungen und Ideen austauschen können.

In der Schweiz

Seither sind weltweit unzählige Begegnungen, Kongresse und Aktionen durchgeführt worden. Erwähnt seien hier der nur der Kongress „1000 Städte für Europa“, der am 9./10. November 2001 in Innsbruck mit 1200 Teilnehmenden, darunter ca. 700 Bürgermeister/innen aus verschiedensten Orten Europas. Dieser Kongress kam auf Anregung des damaligen Innsbrucker Bürgermeisters Herwig van Staa in Zusammenarbeit mit der Fokolar-Bewegung zustande. Persönlichkeiten wie der neue italienische Ministerpräsident Romano Prodi (damals Präsident der EU-Kommissionen), der inzwischen verstorbene damalige österreichische Bundespräsident Thomas Klestil und Chiara Lubich, sprachen in Innsbruck. Fünf Schweizer Gemeindepräsidenten waren mit dabei und lancierten in der Folge auch in der Schweiz verschiedene Begegnungen des Forums Politik und Geschwisterlichkeit. Sie organisierten die Tagung „Die Herausforderung einer authentischen Politik“ vom 22. März 03 in Martigny mit 250 politisch interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern und am 4. September 04 die Tagung „Geschwisterlichkeit in der Politik – Utopie oder Notwendigkeit“ in Bern. 450 Anwesende, darunter viele Jugendliche, setzten sich engagiert mit der Thematik auseinander.

Das Forum Politik und Geschwisterlichkeit in der Schweiz unterstützte ausserdem u.a. die Gründung einer interfraktionellen Ethikgruppe im Grossen Rat des Kantons St. Gallen und verschiedene regionale Begegnungen zwischen Politikerinnen und Politikern. Am 26. August 06 ist eine weitere nationale Tagung für Politikerinnen und Politiker in Baar geplant.

Neue Wege gesucht

Seit Beginn der Fokolar-Bewegung engagieren sich ihre Mitglieder immer wieder in der Politik. Igino Giordani, italienischer Abgeordneter und Mitbegründer der Fokolar-Bewegung, erkannte schon Ende der 40er Jahre die Notwendigkeit, neue Wege in der Politik zu beschreiten. Von Beginn an stand dabei ein Gedanke im Zentrum: die Identität des anderen (der anderen Partei , des anderen Volkes) zu respektieren wie die eigene – ja, zu lieben wie die eigene. Eine solche angestrebte Haltung setzt die Bereitschaft voraus, die eigene Meinung hintanzustellen, um dem Verständnis des anderen in sich Raum zu geben und gemeinsam Lösungen zu erkennen. Diese Werte bilden noch heute die Grundpfeiler des Forums Politik und Geschwisterlichkeit.

Mehr über die einzelnen Tagungen und über das Forum Politik und Geschwisterlichkeit finden Sie unter www.politic-forum.ch !