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| ![]() Eine neue Etappe |
Neue Etappe der Einheit in Vielfalt
Vor 20 Jahren starteten drei reformierte Schweizer Fokolarinnen auf Anregung von Chiara Lubich, der Gründerin der Fokolar-Bewegung, ein Experiment: sie gründeten eine reformierte Fokolar-Gemeinschaft. Nun ziehen sie wieder in konfessionell gemischte Gemeinschaften - mit wichtigen ökumenischen Erfahrungen und Kontakten und einer gestärkten reformierten Identität.
Im März 1990 starteten Vroni Peier (aus dem Fokolar Genf), Kathrin Reusser (aus dem Fokolar Baar) und Brigitte Filliger (als verheiratete Fokolarin aus Baar) in Zürich mit einer eigenen Fokolargemeinschaft für Reformierte. Einige Jahre später folgte auch Elisabeth Reusser (bisher im Fokolar Bern). Chiara Lubich selbst hatte diese Gemeinschaft als Experiment („Ad experimentum") und Ort begrüsst, wo wir Reformierte in der Fokolar-Bewegung unsere eigenen Wurzeln des Glaubens vertiefen oder neu entdecken könnten.
Reformierte Wurzeln
So wurden diese 20 Jahre zu einer reichhaltigen Experimentier- und Reifezeit. Es wuchsen vielfältige Kontakte zu Kirchgemeinden, Freikirchen, evangelischen Bewegungen, Kommunitäten und Diakonissengemeinschaften und ein regelmässiger Dialog auch mit deren Verantworltichen: eine Gelegenheit, unsere Glaubenspraxis weiterzuentwickeln und die gemeinsame Spiritualität der Fokolar-Bewegung in die reformierte Kultur hinein zu übersetzen - und umgekehrt. Wichtige Anstösse dazu erhielten wir auch während der Glaubenskurse mit Fritz Peier und Peter Dettwiler, als reformierte Theologen und verheiratete Fokolare. Mit ihnen erschlossen wir gemeinsam die „Schätze" unserer eigenen Kirche sowie neues Verständnis und Liebe für unser „Kirche-Sein" als Ort der Gemeinschaft aller Christen.
Die Verbindung zwischen dem Leben aus der Spiritualität der Gemeinschaft und unseren eigenen reformierten Wurzeln liess langsam neue Früchte für uns und für andere wachsen, z.B.: eine neue Beziehung zum biblischen Wort, zu den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine, zu den Gemeindegottesdiensten sowie ein vertieftes Wahrnehmen der Ursprungsinspirationen unserer Reformatoren für das innerste Geheimnis des Abendmahls als Ort der Gemeinschaft mit Christus, in der ER uns selbst aber auch alle unsere mitmenschlichen Beziehungen wandelt und erneuert. Auch unseren Weg der Berufung im Fokolar erkannten wir so als persönliches Geschenk Gottes.
Feuer von Stuttgart
Wir beteiligten uns vor Ort auch an der Initiative „Miteinander für Europa", in der 1999 Chiara Lubich gemeinsam mit Andrea Riccardi, Helmut Niklas und Gerhard Pross - um nur einige zu nennen - ein geschwisterliches Austauschen und Zusammenwirken unter verschiedensten christlichen Bewegungen und Kommunitäten begonnen und in den beiden europäischen Anlässen in Stuttgart 2004 und 2007 „sichtbar" gemacht hatten. Dieses „Feuer von Stuttgart" ist nach unserer Erfahrung für eine Ökumene des Lebens grundlegend geworden, weil hier „das Miteinander" im Zentrum steht und sich die Beteiligten unweigerlich für die Gabe der andern, auch des Fremden öffnen und die Bereitschaft entwickeln, von einander zu lernen.
Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen ist für uns nun eine neue Etappe reif geworden. Wir werden Ende März 2010 aus der reformierten Gemeinschaft an der Turnerstrasse wegziehen und wieder in konfessionell gemischten Gemeinschaften leben: Vroni Peier und Elisabeth Reusser im Fokolar Zürich, Kathrin Reusser im Zonen-Zentrum in Adliswil und Brigitte Filliger wird als verheiratete Fokolarin zum Fokolar Baar gehören. Wir alle sind nicht mehr die Gleichen wie vor 20 Jahren. So betrachten wir das erneute gemeinsame Leben in den Fokolaren als Chance für ein reiferes Zeugnis der Einheit und Vielfalt - auch im Wissen, dass „Jesus in der Mitte" unser aller Konfessionszugehörigkeit bei weitem übersteigt.
Podiumsgespräch
Ein herzliches Danke an alle, mit denen wir in konkreten Projekten gegenseitig - wie uns scheint - grössere Sensibilität und Verständnis für die Kirche und Glaubenspraxis der je andern entwickeln konnten, die uns hoffnungsvoll motivieren auf dem gemeinsamen Weg hin zum „Dass alle eins seien".
Wir nehmen diese Zäsur zum Anlass, gemeinsam mit Referent(inn)en aus andern Kommunitäten und Kirchenleitungen über die Aktualität gemeinschaftlich gelebter christlicher Spiritualität in Kirche und Gesellschaft nachzudenken und auszutauschen am 3. März 2010. Weitere Infos erhältlich bei: zuerich.ref@fokolar.ch oder Tel. 044/364 07 44.

