Foto: Ulrike Comes

15.12.

Acht Jahre hat Ulrike Comes als Lehrerin an der Deutschen Schule in New Delhi gelebt. In dieser Zeit begann sie, im Advent für ihre Freunde in Deutschland täglich eine „Tür“ zu ihrem Leben im fernen Indien aufzumachen. Inzwischen zurück in Deutschland, erstellt sie die jährliche Neuausgabe des virtuellen „Adventskalenders“ für alle Freunde nah und fern.

Mit vereinten Kräften

Dies ist eine wunderschöne Adventsgeschichte:

Die Kinder in der Fokolar-Bewegung starten in jedem Advent eine ganz besondere Aktion: Sie gießen aus Gips kleine Babyfiguren, legen sie in ein Körbchen mit Stroh und dazu gibt es eine gedruckte Weihnachtsbotschaft. Sie verkaufen oder verschenken diese Körbchen, um die Menschen daran zu erinnern, warum Weihnachten gefeiert wird.

Auch in Indien tun sie das jedes Jahr. Mir hat es so gut gefallen, dass ich ihnen immer viele Exemplare abgekauft und allen meinen Gästen im Laufe der Feiertage „Baby Jesus“ geschenkt habe. Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal: Wir saßen mit vielen Freunden, Vertretern von vier verschiedenen Religionen, um meinen Tannenbaum, und eine nicht-gläubige englische Schauspielerin las den Text der Botschaft wunderschön vor. Alle waren getroffen, denn die Botschaft von Liebe, Hingabe, Frieden – sie betrifft einfach alle.

Aber im nächsten Jahr gab es nicht mehr genügend Körbchen. Mein Flug zurück nach Delhi ging am späten Abend, die Zeit drängte. Also schickte meine Freundin Andrea (Christin) ihren Fahrer (Moslem) zu einem Korbflechter (Hindu). Leider gibt es kein Foto, aber der Tag endete damit, dass der Fahrer und der Korbflechter gemeinsam auf der Straße saßen und die letzten Körbchen fertigstellten, die ich mitnehmen wollte. Andrea lieferte dazu einen Tee und ein paar Süßigkeiten.

Kein Fazit heute – nur eine Geschichte, über die man sich freuen kann. Oder?

Bis morgen!
Ulrike

Kommentare

Hallo Ulrike, vielen Dank für die tollen Impulse! Aktuell ist es besonders wichtig, auf die Gemeinsamkeiten zu gucken und auf die Wunder, die jeden Tag um uns herum passieren. Heute war das Wunder eine Musicalkarte für heute Abend in OB, aber es darf auch etwas kleiner sein: 5 Freunde haben mit mir 9 Säcke Kinderkleidung für Flüchtlinge gewaschen. Ein Schuhhändler in Rheinberg hilft bei der Beschaffung von Kinderwinterschuhen... und ein unerwartetet tiefes Gespräch. LG

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