Foto: Helen Coombs

Advent in Bern

Wenigere spontane Begegnungen, mehr abgesagte Anlässe und mehr Rücksicht auf Schutzmassnahmen. Und dennoch, vieles ist gleich wie in jeder Adventszeit: Innerlich den Wunsch sich auf Weihnachten vorzubereiten, indem Momente der Besinnung und Stille gesucht oder Zeit für Mitmenschen bewusst eingesetzt werden.

Viel Wärme und Licht strahlten die unterschiedlichen Initiativen von Menschen in und um Bern aus: Durch das Gestalten eines Adventsfensters schlossen sich ein Haushalt an einer Quartierinitiative an und kamen dadurch an den nächsten Abenden mit Nachbarn und Passanten ins Gespräch. Den Korb am Eingangstor, in dem die Weihnachtsgeschichte zum Adventsfenster „Der kleine Tannenbaum, der niemand will“ zum Mitnehmen sind, müssen sie regelmässig nachfüllen.

13 junge Menschen führten zweiwöchige digitale Alltagsexerzitien durch, um sich täglich mit Kurzinputs und im wöchentlichen Austausch ihre Beziehung zu Gott und dadurch zu den Nächsten zu vertiefen. Der Wunsch hierzu entstand bereits bei den Teilnehmenden an den Alltagsexerzitien vor Ostern 2020, sodass auch die Vorbereitungen dieses Mal von mehr Personen getragen wurden. Die tägliche Zeit der Stille frei zu schaufeln war nicht leicht. Die wöchentlichen Zoom-Gesprächen, in denen erste Erlebnisse aber auch Herausforderungen ausgetauscht wurden, waren sehr ermutigend, um dran zu bleiben. Und schon bald nahmen die Teilnehmende innere und äussere Veränderungen wahr:  Jemand konnte den unerwarteten und nicht transparenten Aufgabenwechsel an der Arbeit souveräner angehen. Die anspruchsvollen Sitzungen und Lehrveranstaltungen vor dem Bildschirm, aufgrund von distance learning und working konnten in einer positiven Haltung angegangen werden, indem beispielsweise Sport und punktuelle Begegnungen an Wert gewannen. Zwei junge Frauen können nicht wie jedes Jahr zu ihren Eltern fahren, um Weihnachten zu feiern und fanden eine andere Möglichkeit. Wichtige Erkenntnisse waren auch, sich selbst und die eigenen Grenzen anzunehmen und die beflügelnde Wirkung, wenn der eigene Lebensfokus auf die Nächstenliebe und auf das Leben im gegenwärtigen Augenblick gerichtet ist. Alle waren sich einige, vor Ostern ist erneut eine solche intensiv gelebte Zeit angesagt.

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