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Muslime und Christen auf dem Weg

«Die Achtsamkeit» - zu diesem Thema trafen sich Mitte September rund 50 Muslime und Christen in Lausanne.

Bereits zum achten Mal traf sich Westschweizer Gruppe «Muslime und Christen auf dem Weg» in Lausanne. Sandrine Ruiz, Präsidentin der «Union Vaudoise des Associations Musulmanes», führte ins Thema ein: «Achtsamkeit geschieht im inneren Dialog mit Gott. Sie vermindert das Risiko, sich zu verzetteln und sein Ziel zu vergessen.» Achtsam leben bedinge eine fortdauernde innere Anstrengung, wie sie jedem spirituellen Prozess innewohne.

Martin Roch, Professor für Geschichte an der Universität Genf und Mitglied einer Fokolar-Gemeinschaft, bezeichnete Achtsamkeit als Ausdruck der Liebe, «die auf die Qualität meiner Beziehung zu Gott und zu den Menschen, denen ich im Laufe meines Tages begegne, gerichtet ist».

Nicht «wir», sondern «ich und du»

Zu den berührenden Zeugnissen, die folgten, gehörte das eines algerischen Ehepaars, das bekannte: «In unserer Beziehung ist unser Ziel nicht das ‘Wir’, sondern das ‘Ich’ und das ‘Du’. Auch wenn unsere Liebe auf den ersten Blick verschmelzend erscheinen mag, so bleibt sie nur lebendig durch eine immer wieder neue Abstimmung, das Hören von jedem von uns auf sein eigenes Gewissen und das offene Austauschen unserer Fragen und Einsichten.» Ein junger Thailänder, angehender Fokolar im Ausbildungszentrum Montet (Freiburg/Schweiz), berichtete von einer Erfahrung der Verfügbarkeit in seiner Gemeinschaft, die im Gebet und in der Liebe verwurzelt ist und ihn glücklich gemacht hat.

Moment der Einheit

Beim abschließenden Austausch, der dem gemütlichen Beisammensein bei einem interkulturellen Buffet vorausging, dankten viele für diesen «Moment der Einheit», der helfe,  «den Nächsten im gegenwärtigen Augenblick zu lieben, sowie sich daran zu erinnern, dass, wenn Gott über uns wacht, wir auch wachsam sein möchten, um ihn im Alltag zu lieben». Viele kehrten wie Martin Roch «mit Dankbarkeit für die Ausdauer und Treue dieser Treffen» zurück.

Un groupe de dialogue lors de la rencontre, à la Maison de l'Arzillier (Lausanne)