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Foto: diverse

Thildi Knecht

Seit dem Tod meines Mannes vor sechs Jahren lebe ich im Altersheim. Ich fühle mich hier wohl und geborgen. Harmonie ist mir wichtig: mit der Natur, den Mitmenschen, mit mir selber und mit Gott. Diese Harmonie empfinde ich als ein Geschenk, und ich bemühe mich weiterhin um sie. Ohne Gott könnte ich nicht so froh sein.

Aufgewachsen bin ich in St. Gallen und Flawil, ich absolvierte die Ausbildung als Turn-, Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerin. 1945 lernte ich meinen späteren Mann Erwin, einen Primarlehrer, kennen. Während unserer Bekanntschaftszeit, die am 31. März 1948 zur Hochzeit führte, beteten wir jeden Tag das Brautgebet. Gott schenkte uns zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn, und wir durften ein einvernehmliches, schönes Familienleben erfahren.

In meinen Bittgebeten ist mir sehr wichtig „dein Wille geschehe“ hinzuzufügen. Gerne suche ich im Haus den Andachtsraum auf und denke dabei an alle. In meinem Zimmer fühle ich mich nie allein – Gott ist immer da. Ich spreche auch oft mit meinem Mann, dessen Bild an der Wand hängt und sage: „Ich freue mich mit dir, dass du bei Gott bist!“ Da fliesst schon auch mal eine Träne.

Ich lese gerne. Nach wie vor bin ich gesellschaftlich und politisch sehr interessiert und wähle meine Fernsehsendungen bewusst aus. Ich habe guten Kontakt mit den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern im Altersheim. Auch nehme ich gerne an den offerierten Aktivitäten des Hauses teil. Mit dem Rollator unternehme ich Spaziergänge in die Natur und besuche, wenn möglich die Hl. Messe.

Ich gehöre zu einer Gruppe der Fokolar-Bewegung, wir können uns nur noch alle acht Wochen treffen. Doch wir leben mit- und füreinander. Wir wissen, dass wir Gott unsere Scherben bringen dürfen, er nimmt uns so, wie wir sind. In allem, was wir aus Liebe machen, ist Gott in unserer Mitte. Die Demut ist meiner Meinung nach die wichtigste Tugend. Das bedeutet nicht, unterwürfig oder klein zu sein, sondern Platz zu schaffen, um Gott im Herzen mehr Raum zu geben.

Wer ist noch dabei? Und warum?

Noemi Ganarin

20, Studentin

Ich bin dabei, weil wir die Welt verändern können!

Franz Wyrsch

Pensioniert, ehem. Bahnhofchef

Ich bin dabei, weil ich an Gottes unendliche Liebe glaube.

Martin Hoegger

reformierter Pfarrer

Ich bin dabei, weil mir das Wort des Lebens viel bedeutet.

Andrea Reuter

Sopranistin

Ich bin dabei, weil Spiritualität etwas in Bewegung setzt.